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Britische Journalistin cancelt Festivalauftritt wegen Rauchverbot

Die britische Journalistin und Autorin Lynn Barber hat ihren Auftritt bei einem Literaturfestival im Londoner Stadtteil Richmond abgesagt, weil der zuständige Stadtrat im Festivalprogramm ein Porträtbild, das sie beim Rauchen zeigt, nicht veröffentlichen wollte.

Der Stadtrat von Richmond ist darum bemüht, “ein vernünftiges Gesundheitsbewusstsein zu fördern” und dieses Bild in einer Werbebroschüre zu veröffentlichen wäre kontraproduktiv. Autorin Barber wurde darum gebeten, ein alternatives Porträt einzureichen, doch sie weigerte sich und sagte sofort ihren Auftritt beim jährlichen “Book Now Festival” im November ab.

Die in Großbritannien sehr bekannte Journalistin, die auch schon einige Bücher veröffentlicht hat, sollte auf dem “Book Now” ihre Memoiren “An Education” vorstellen. In ihrer Absage-Mail an die Organisatoren des Festivals schrieb sie laut der britischen Tageszeitung “Daily Telegraph”: “Ich wollte immer schon ein Rauch-Märtyrer sein und offensichtlich ist das die passende Gelegenheit dazu.”

Später witzelte sie: “Wenn schon ein Bild, das mich beim Rauchen zeigt, die guten Bürger von Richmond derart bedroht, was hätte da meine Gegenwart angerichtet?” In einem Interview mit dem “Daily Telegraph” bekennt Lynn Barber fröhlich: “Ich bin 65 und ich rauche und trinke wie ein Fisch.”

Die Schwarz-Weiß-Fotografie wurde von Barbers Verleger Penguin zur Verfügung gestellt und wurde bislang unbeanstandet verwendet. Publicity Director Amelia Fairney bezeichnet die Entscheidung des Stadtrats als absurd und weist noch einmal darauf hin, dass das Foto noch nie jemanden gestört habe, auch die Organisatoren des Festivals hätten nichts zu beanstanden gehabt.

Mit spitzer Feder wandte sich Amelia Fairney dennoch an die Organisatoren: “Ich hoffe, die fertige Broschüre enthält keine Bilder von dicken Menschen (um Fettsucht zu propagieren), oder dünnen Menschen (um Essstörungen zu propagieren), weißen Menschen (um den kulturellen Imperialismus propagieren), schwarzen Menschen (Alibipolitik), geschminkten Frauen (um eine ungesunde Leidenschaft für idealisierte weibliche Schönheit zu propagieren) oder Kinderbuchautoren, die nicht vom Criminal Records Bureau (einer Einrichtung, die Personen überprüft, die mit Kindern arbeiten, Anm. der Red.) geprüft worden sind.”

Festival-Programmplaner Nathan Hamilton findet die behördliche Regelung übertrieben und vertritt die Ansicht, dass es kein Literaturfestival mehr geben würde, wenn jeder Autor, der raucht und trinkt seinen Auftritt absagen würde.

Die Romanautoren Martin Amis, Fay Weldon und A. S. Byatt stehen ebenfalls im Programm von “Book Now”. In der Broschüre wurde vom Stadtrat ein Foto von Martin Amis gestattet, der ein Feuerzeug in der Hand hält - vermutlich geht nach Ansicht der Behörde davon keine so große Gefahr aus.

Quelle: Rauchen-Bayern.de